
Entgegen der landläufigen Meinung ist der Kauf des besten Diamanten keine Jagd nach perfekten Zertifikatsnoten, sondern die Kunst des intelligenten Kompromisses.
- Einsparungen von bis zu 30% sind möglich, indem man „augenscheinlich farblose“ (G/H) statt „lupenreiner“ (D/E) Farbgrade wählt, ohne einen sichtbaren Unterschied.
- Ein exzellent geschliffener Diamant mit geringerem Karatgewicht funkelt intensiver als ein größerer, aber schlecht geschliffener Stein.
Empfehlung: Priorisieren Sie immer die Schliffqualität (Cut) und investieren Sie das gesparte Budget aus clever gewählten Farb- und Reinheitsgraden in die visuelle Performance statt in unsichtbare Perfektion auf dem Papier.
Der erste Diamantkauf ist oft von einer zentralen Frage geprägt: Wie erhalte ich den schönsten Stein, ohne mein Budget zu sprengen? Die meisten Ratgeber beginnen mit der Erklärung der 4 C – Carat (Karat), Color (Farbe), Clarity (Reinheit) und Cut (Schliff). Dieses Wissen ist die Grundlage, doch es führt oft zu dem Trugschluss, dass nur die höchsten Grade auf dem Zertifikat einen wertvollen Diamanten ausmachen. Diese Herangehensweise ist nicht nur teuer, sondern ignoriert auch das, was einen Diamanten wirklich begehrenswert macht: sein Leben, sein Feuer und seine Brillanz.
Die Realität ist nuancierter. Ein Diamantkauf ist kein Wettstreit um die besten Laborwerte, sondern eine strategische Budget-Allokation. Die wahre Meisterschaft liegt nicht darin, in jeder Kategorie „perfekt“ zu kaufen, sondern darin, die Sichtbarkeits-Schwelle zu verstehen – jenen Punkt, an dem ein Unterschied nicht mehr mit dem bloßen Auge wahrnehmbar ist. Aber was, wenn der Schlüssel zu maximaler Qualität für Ihr Geld nicht in der Perfektion, sondern im gezielten, intelligenten Kompromiss liegt? Wenn das bewusste Absenken eines Grades in einer Kategorie die Investition in eine andere, visuell entscheidendere Kategorie ermöglicht?
Dieser Leitfaden verfolgt genau diesen Ansatz. Wir werden die traditionelle Sicht auf die 4 C durch eine pragmatische Brille betrachten, die speziell auf die Bedürfnisse von Erstkäufern in Deutschland zugeschnitten ist. Sie lernen, wie Sie die unsichtbaren von den sichtbaren Qualitätsmerkmalen trennen und Ihr Budget gezielt dort einsetzen, wo es die größte Wirkung entfaltet: in der faszinierenden visuellen Performance Ihres Diamanten.
Der folgende Artikel ist systematisch aufgebaut, um Sie Schritt für Schritt von einem unsicheren Käufer zu einem informierten Entscheider zu machen. Sie werden lernen, wie Sie die einzelnen Qualitätskriterien nicht nur verstehen, sondern für Ihre persönlichen Prioritäten und Ihr Budget optimal gewichten.
Sommaire : Ihr strategischer Wegweiser zum perfekten Diamanten im Budget
- Warum Farbgrade G-H oft besseren Wert bieten als D-E – die unsichtbare Graduierung?
- Wie Sie mit der richtigen Reinheitsgrad-Wahl 30% sparen ohne sichtbare Einbußen?
- Was ist wichtiger für Ihre Situation – die Gewichtung der 4 C nach Verwendungszweck?
- Der Fluoreszenz-Fehler, der bei 25% der Diamanten die Farbe verfälscht
- Wie Sie durch gezielten Kompromiss bei Karat 50% mehr Qualität in Schliff und Reinheit erhalten?
- Wie Sie in 6 Schritten die Qualität von Edelsteinen und Verarbeitung professionell bewerten?
- Warum ein perfekt geschliffener 0,8-Karat-Diamant schöner funkelt als ein schlecht geschliffener 1,2-Karat-Stein?
- Wie Sie das richtige Edelmetall wählen, das zu Hautton, Lebensstil und Budget passt
Warum Farbgrade G-H oft besseren Wert bieten als D-E – die unsichtbare Graduierung?
Die Farbe eines Diamanten wird auf einer Skala von D (hochfeines Weiß, farblos) bis Z (deutlicher Gelb- oder Braunstich) bewertet. Für das ungeübte Auge ist der Unterschied zwischen den höchsten Graden D, E, F und den „nahezu farblosen“ Graden G und H praktisch nicht erkennbar, sobald der Stein in einem Ring gefasst ist. Diese feinen Nuancen sind meist nur für Gemmologen im Labor unter standardisierten Lichtbedingungen sichtbar. Hier liegt das größte Potenzial für eine intelligente Wert-Optimierung. Die Entscheidung für einen G- oder H-farbenen Diamanten anstelle eines D-farbenen kann laut aktuellen Marktanalysen der Diamantagentur eine Ersparnis von 20-30% bedeuten – Geld, das Sie direkt in einen besseren Schliff oder ein höheres Karatgewicht investieren können.
Die Wahl des Edelmetalls für die Fassung spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Ein Diamant reflektiert die Farbe seiner Umgebung. In einer Fassung aus Platin oder Weißgold, die selbst kühl und weiß sind, kann ein G- oder H-Grad seine volle, brillante Wirkung entfalten. In Gelb- oder Roségold wird selbst ein perfekt farbloser D-Diamant einen Hauch der warmen Metallfarbe annehmen. Daher ist es in diesen Fällen noch sinnvoller, einen Stein mit einem I- oder sogar K-Farbgrad zu wählen, da der leichte Gelbton des Diamanten mit dem Metall harmoniert und nicht als solcher wahrgenommen wird.
Diese Tabelle verdeutlicht die strategische Paarung von Metall und Farbgrad zur Maximierung Ihres Budgets, basierend auf einer Analyse gängiger Marktpraktiken.
| Metallfarbe | Optimale Farbgrade | Ersparnis vs. D-F |
|---|---|---|
| Platin/Weißgold | G-H | 20-30% |
| Gelbgold | I-J | 35-45% |
| Roségold | I-K | 40-50% |
Indem Sie sich von der Vorstellung lösen, dass nur „farblos“ akzeptabel ist, öffnen Sie die Tür zu einer besseren Gesamtqualität des Steins bei gleichem Budget.
Wie Sie mit der richtigen Reinheitsgrad-Wahl 30% sparen ohne sichtbare Einbußen?
Die Reinheit (Clarity) bewertet das Vorhandensein von inneren Merkmalen (Einschlüsse) und äußeren Merkmalen (Makel). Die Skala reicht von FL (Flawless/lupenrein) bis I (Included/sichtbare Einschlüsse). Ähnlich wie bei der Farbe gilt auch hier: Die höchsten Grade sind extrem teuer, aber die Unterschiede sind für das bloße Auge oft nicht relevant. Das strategische Ziel ist es, einen „augenscheinlich reinen“ (eye-clean) Diamanten zu finden. Das bedeutet, dass keine Einschlüsse ohne Vergrößerung sichtbar sind. Dieses Konzept ist der Schlüssel zu erheblichen Einsparungen.
Die meisten Diamanten in den Graden VS (Very Slightly Included) und oft auch SI (Slightly Included) sind augenrein. Die Einschlüsse sind so klein oder so positioniert, dass sie die Brillanz des Steins nicht beeinträchtigen und nur unter 10-facher Vergrößerung von einem Experten erkannt werden können. Wie die Experten der Diamantagentur bestätigen, ist dies ein entscheidender Punkt für preisbewusste Käufer.
Ab dem Reinheitsgrad VS sind in der Regel keine Einschlüsse mit dem bloßen Auge zu erkennen
– Diamantagentur, Diamant Reinheit Guide
Die Wahl eines SI1-Diamanten anstelle eines VVS2-Diamanten kann eine Preisersparnis von 30% oder mehr bedeuten. Wichtig bei SI-Graden ist jedoch eine genaue Prüfung. Die Art und Position des Einschlusses sind entscheidend. Ein kleiner, heller Einschluss am Rand des Steins ist weitaus unproblematischer als ein dunkler Einschluss direkt unter der Tafel (der größten Facette in der Mitte). Fragen Sie den Juwelier immer explizit nach dem „eye-clean“-Status und lassen Sie sich das Einschlussdiagramm auf dem Zertifikat zeigen.
Ein intelligenter Kompromiss bei der Reinheit bedeutet nicht, einen fehlerhaften Stein zu kaufen, sondern einen Stein, dessen kleine Unvollkommenheiten für das menschliche Auge unsichtbar sind, während Ihr Budget für sichtbarere Aspekte wie den Schliff frei wird.
Was ist wichtiger für Ihre Situation – die Gewichtung der 4 C nach Verwendungszweck?
Die perfekte Balance der 4 C ist keine universelle Formel, sondern eine höchst persönliche Entscheidung. Ihre Prioritäten hängen von Ihrem Lebensstil, Ihren ästhetischen Vorlieben und dem Anlass ab. Es gibt nicht den einen „besten“ Diamanten, sondern nur den besten Diamanten für Sie. Die Kunst besteht darin, Ihre persönlichen Präferenzen zu identifizieren und das Budget entsprechend zu allokieren. Um dies zu veranschaulichen, betrachten wir drei typische Käufer-Personas aus Deutschland, deren unterschiedliche Prioritäten zeigen, wie individuell die optimale Wahl ist.
Diese unterschiedlichen Profile verdeutlichen, dass die Gewichtung der 4 C eine strategische Entscheidung ist, die Ihre Werte widerspiegelt. Die „Puristin“ maximiert die visuelle Performance, der „Traditionalist“ die sichtbare Präsenz und das „pragmatische Paar“ den Gesamtwert.

Fallstudie: Käufer-Personas und ihre 4C-Priorisierung
Die Puristin aus Berlin: Sie legt höchsten Wert auf Brillanz und Feuer. Ihre Priorität ist Schliff > Farbe > Karat > Reinheit. Sie wählt lieber einen etwas kleineren Stein mit einem exzellenten Schliff und einer guten Farbe, da sie weiß, dass der Schliff für das Funkeln verantwortlich ist. Eine augenreine SI1-Reinheit ist für sie völlig ausreichend.
Der Traditionalist aus München: Für ihn zählt sichtbare Größe als Statussymbol. Seine Priorität lautet Karat > Farbe > Reinheit > Schliff. Er wird an der magischen 1,0-Karat-Grenze festhalten und dafür eher Kompromisse bei der Schliffqualität (z.B. „Sehr Gut“ statt „Exzellent“) in Kauf nehmen.
Das pragmatische Paar aus Hamburg: Sie suchen den besten Gesamtwert für ihr Geld. Ihre Priorität ist Schliff > Augenreine Reinheit > Farbe > Karat. Sie entscheiden sich bewusst für einen 0,90-Karat-Stein mit exzellentem Schliff und einer augenreinen VS2-Reinheit, anstatt ihr Budget für einen 1,0-Karat-Stein mit sichtbaren Kompromissen zu strecken.
Fragen Sie sich: Ist mir das maximale Funkeln, die schiere Größe oder das intelligenteste Preis-Leistungs-Verhältnis am wichtigsten? Ihre Antwort bestimmt Ihre individuelle Kaufstrategie.
Der Fluoreszenz-Fehler, der bei 25% der Diamanten die Farbe verfälscht
Neben den vier Hauptkriterien gibt es einen weiteren Faktor, der oft übersehen wird, aber einen erheblichen Einfluss auf das Aussehen und den Preis eines Diamanten haben kann: die Fluoreszenz. Dies ist die Eigenschaft eines Diamanten, unter ultraviolettem (UV-)Licht, wie es im Sonnenlicht vorkommt, zu leuchten. Eine Studie zeigt, dass zwischen 25-35% aller Diamanten eine messbare Fluoreszenz aufweisen, die meist blau ist. Entgegen einem weit verbreiteten Missverständnis ist Fluoreszenz nicht per se schlecht. Sie kann je nach Farbgrad des Diamanten ein Vor- oder ein Nachteil sein und bietet informierten Käufern eine weitere Möglichkeit zur Wert-Optimierung.
Bei Diamanten mit hohen Farbgraden (D-G) kann eine starke blaue Fluoreszenz den Stein leicht milchig oder ölig erscheinen lassen, was seine Brillanz mindert. In diesen Fällen sollte sie vermieden werden. Bei Diamanten mit niedrigeren Farbgraden (I-K) hingegen kann eine mittlere blaue Fluoreszenz den leichten Gelbstich des Steins neutralisieren und ihn weißer erscheinen lassen. In diesem Szenario ist Fluoreszenz ein klarer Vorteil und kann den Stein optisch aufwerten, ohne dass Sie für einen höheren Farbgrad bezahlen müssen. Diamanten mit Fluoreszenz werden oft mit einem leichten Preisnachlass gehandelt, was eine ausgezeichnete Kaufgelegenheit sein kann, wenn man die Regeln kennt.
Hier sind einige Handlungsempfehlungen für den Umgang mit Fluoreszenz:
- Farbgrade D-G: Vermeiden Sie starke Fluoreszenz (Strong/Very Strong), da sie ein milchiges Aussehen verursachen kann. Schwache bis mittlere Fluoreszenz (Faint/Medium) ist meist unbedenklich.
- Farbgrade H-J: Eine mittlere blaue Fluoreszenz (Medium Blue) ist hier oft neutral oder kann sogar leicht vorteilhaft sein.
- Farbgrade I-K: Eine mittlere bis starke blaue Fluoreszenz kann den Gelbstich sichtbar reduzieren und ist hier ein klarer Pluspunkt.
- Praxistest: Bitten Sie den Juwelier immer, den Stein sowohl unter normalem Licht als auch unter einer UV-Lampe zu betrachten, um den Effekt selbst zu beurteilen.
Indem Sie die Fluoreszenz nicht als Fehler, sondern als strategisches Merkmal betrachten, können Sie entweder einen optisch weißeren Stein für Ihr Geld bekommen oder von Preisnachlässen profitieren.
Wie Sie durch gezielten Kompromiss bei Karat 50% mehr Qualität in Schliff und Reinheit erhalten?
Das Karatgewicht ist das bekannteste der 4 C und hat den größten Einfluss auf den Preis. Was viele Erstkäufer jedoch nicht wissen, ist, dass die Diamantpreise nicht linear ansteigen, sondern an bestimmten „magischen Karatgrenzen“ (z. B. 0.50, 0.70, 1.00, 1.50 ct) sprunghaft zunehmen. Ein Diamant mit 1,00 Karat kann bis zu 25% teurer sein als ein Diamant mit 0,95 Karat, obwohl der Größenunterschied mit dem bloßen Auge nicht wahrnehmbar ist. Hier liegt das größte Potenzial für einen intelligenten Kompromiss.
Anstatt starr an einer runden Karatzahl festzuhalten, wählen Sie strategisch einen Stein, der knapp unter einer dieser magischen Grenzen liegt. Den erheblichen Preisunterschied, den Sie dadurch sparen, können Sie dann in die wirklich entscheidenden, sichtbaren Qualitätsmerkmale reinvestieren: den Schliff und die Reinheit. Eine detaillierte Analyse der Budget-Umverteilung zeigt den enormen Vorteil dieses Ansatzes. Bei einem Budget von 5.000 € steht ein Käufer vor der Wahl: ein 1,0-Karat-Stein mit gutem Schliff und SI1-Reinheit oder ein 0,9-Karat-Stein mit idealem Schliff und VS2-Reinheit. Der kleinere Stein wird trotz des geringeren Gewichts eine weitaus höhere Brillanz und ein intensiveres Feuer zeigen, da sein Schliff die Lichtreflexion maximiert.
Die folgende Tabelle visualisiert die überproportionalen Preissprünge, die an diesen psychologischen Grenzen stattfinden. Der visuelle Unterschied im Durchmesser ist dabei minimal.
| Karatgewicht | Durchmesser (mm) | Preissprung |
|---|---|---|
| 0.90 ct | 6.2-6.3 | Basis |
| 1.00 ct | 6.4-6.5 | +20-25% |
| 1.40 ct | 7.2-7.3 | Basis |
| 1.50 ct | 7.4-7.5 | +15-20% |
Sie kaufen keinen Stein, der kleiner aussieht, sondern einen Stein, der sichtbar schöner funkelt, weil Sie Ihr Geld in Brillanz statt in eine Zahl auf dem Zertifikat investiert haben.
Wie Sie in 6 Schritten die Qualität von Edelsteinen und Verarbeitung professionell bewerten?
Nachdem Sie die theoretischen Grundlagen der 4 C gemeistert haben, folgt der entscheidende Praxistest: die Begutachtung des Schmuckstücks vor Ort. Ein Zertifikat von einem renommierten Institut wie GIA oder IGI ist eine unverzichtbare Grundlage, aber es ersetzt nicht die persönliche Inspektion der Verarbeitung und des Gesamteindrucks. Als Käufer in Deutschland haben Sie zudem gesetzliche Rechte, wie die zweijährige Gewährleistung und ein 14-tägiges Widerrufsrecht bei Online-Käufen, die Ihnen zusätzliche Sicherheit geben. Nutzen Sie diese, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.
Die Qualität der Fassung ist ebenso wichtig wie die des Steins. Die Krappen (die kleinen Metallarme, die den Diamanten halten) müssen gleichmäßig, glatt und sicher sein. Sie sollten den Stein fest umschließen, ohne ihn zu verdecken. Prüfen Sie die Politur des Metalls und achten Sie auf den Feingehaltsstempel, der in Deutschland üblicherweise „585“ (14 Karat) oder „750“ (18 Karat) lautet. Diese Details zeugen von handwerklicher Sorgfalt und beeinflussen die Langlebigkeit und Schönheit Ihres Schmuckstücks maßgeblich.

Der folgende Plan fasst die wichtigsten Schritte zusammen, um die Qualität wie ein Profi zu bewerten und sicherzustellen, dass Sie genau das bekommen, wofür Sie bezahlen.
Ihr Plan zur Qualitätsbewertung vor Ort
- Zertifikate und Stempel prüfen: Fordern Sie immer das Originalzertifikat (GIA, IGI) an und überprüfen Sie die Seriennummer. Suchen Sie nach dem deutschen Feingehaltsstempel (z.B. 585, 750) auf der Innenseite des Rings.
- Stein mit 10-fach Lupe untersuchen: Bitten Sie um eine Juwelierlupe. Versuchen Sie, die auf dem Zertifikat vermerkten Einschlüsse zu finden. So bekommen Sie ein Gefühl für die tatsächliche Reinheit.
- Verarbeitung der Fassung bewerten: Sind die Krappen gleichmäßig und sicher? Ist die Politur makellos? Sitzt der Stein gerade und fest in der Fassung?
- Vergleich mehrerer Steine anfordern: Bitten Sie darum, Steine mit leicht unterschiedlichen Graden (z.B. G vs. H Farbe) nebeneinander zu sehen. Das schult Ihr Auge und bestätigt Ihre theoretische Wahl.
- Unter verschiedenen Lichtbedingungen testen: Betrachten Sie den Ring unter den Spots des Juweliers, aber auch in der Nähe eines Fensters bei Tageslicht. So beurteilen Sie Brillanz und Fluoreszenz realistisch.
- Rechte und Serviceleistungen klären: Informieren Sie sich über die genauen Bedingungen der Gewährleistung, des Widerrufsrechts und eventueller Serviceleistungen wie Größenänderung oder Reinigung.
Ein informierter Käufer ist ein selbstbewusster Käufer. Diese systematische Prüfung verwandelt Unsicherheit in die Gewissheit, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.
Warum ein perfekt geschliffener 0,8-Karat-Diamant schöner funkelt als ein schlecht geschliffener 1,2-Karat-Stein?
Von allen 4 C ist der Schliff (Cut) das Kriterium, das am häufigsten unterschätzt wird, obwohl es den größten Einfluss auf die Schönheit eines Diamanten hat. Während Karat, Farbe und Reinheit von der Natur vorgegebene Eigenschaften sind, ist der Schliff das Ergebnis menschlichen Könnens. Er bestimmt, wie gut ein Diamant das Licht einfängt, reflektiert und in die funkelnden Farben des Regenbogens zerlegt. Ein schlecht geschliffener Stein, egal wie groß oder farblos er ist, wird leblos und stumpf wirken. Ein exzellent geschliffener Stein hingegen kann selbst bei kleinerem Karatgewicht oder niedrigerem Farbgrad eine atemberaubende Brillanz entfalten.
Der Preis eines Diamanten reflektiert diese Bedeutung: Laut einer Analyse von Edelsteinexperten wird über 40% des Diamantpreises durch die Schliffqualität bestimmt. Ein exzellenter Schliff maximiert drei visuelle Effekte: Brillanz (die weißen Lichtreflexionen), Feuer (die farbigen Lichtblitze) und Szintillation (das Funkeln bei Bewegung). Ein Kompromiss bei der Schliffqualität (z.B. die Wahl von „Gut“ statt „Exzellent“) ist daher der schlechteste Kompromiss von allen, da Sie direkt an der visuellen Performance sparen.
Der Schliff ist das Kriterium, das der Mensch direkt beeinflussen kann – die anderen hat die Natur bei jedem Stein vorgegeben
– Deutscher Diamant Club, Diamanten-Qualitätskriterien Guide
Stellen Sie sich zwei Autos vor: eines mit einem riesigen, aber ineffizienten Motor und eines mit einem kleineren, aber perfekt abgestimmten Hochleistungsmotor. Das zweite Auto wird agiler sein und mehr Fahrspaß bieten. Genauso verhält es sich mit Diamanten. Der 0,8-Karat-Stein mit exzellentem Schliff ist der Hochleistungsmotor: Er nutzt jedes Lichtquant optimal aus. Der 1,2-Karat-Stein mit schlechtem Schliff ist der ineffiziente Motor: viel Potenzial, das durch schlechte Verarbeitung verloren geht. Das Licht „entweicht“ durch den Boden oder die Seiten, anstatt zum Auge des Betrachters zurückzukehren.
Wenn Sie bei Ihrem Budget einen Kompromiss eingehen müssen, tun Sie es bei der Farbe, der Reinheit oder dem Karatgewicht – aber investieren Sie immer in den bestmöglichen Schliff, den Sie sich leisten können. Er ist die Seele des Diamanten.
Das Wichtigste in Kürze
- Priorität auf Schliff (Cut): Investieren Sie immer in einen „Exzellenten“ oder „Sehr Guten“ Schliff. Er ist der wichtigste Faktor für die Brillanz und das Feuer des Diamanten.
- Intelligente Kompromisse: Wählen Sie „augenscheinlich reine“ (VS/SI) und „nahezu farblose“ (G/H) Grade, um erhebliche Kosten zu sparen, ohne sichtbare Qualitätseinbußen.
- Magische Grenzen meiden: Kaufen Sie knapp unter runden Karatgrenzen (z.B. 0,90 ct statt 1,00 ct), um das Budget für einen besseren Schliff oder eine bessere Fassung freizumachen.
Wie Sie das richtige Edelmetall wählen, das zu Hautton, Lebensstil und Budget passt
Der perfekte Diamant braucht die perfekte Bühne. Die Wahl des Edelmetalls für die Fassung ist der letzte, aber entscheidende Schritt, um ein harmonisches und langlebiges Schmuckstück zu kreieren. Diese Entscheidung sollte auf drei Faktoren basieren: Ihrem persönlichen Hautton, Ihrem Lebensstil und natürlich Ihrem Budget. Für Käufer in Deutschland sind vor allem drei Legierungen relevant: Platin, 750er Gold (18 Karat) und 585er Gold (14 Karat), wobei 14 Karat (585er) die am weitesten verbreitete Goldlegierung in Deutschland ist, da sie einen exzellenten Kompromiss aus Härte, Farbe und Preis bietet.
Hautton: Kühle Hauttöne mit bläulichen oder rosafarbenen Untertönen harmonieren oft am besten mit weißen Metallen wie Platin oder Weißgold. Warme Hauttöne mit goldenen oder olivfarbenen Untertönen werden durch Gelb- oder Roségold besonders schön zur Geltung gebracht.
Lebensstil: Wenn Sie einen sehr aktiven Lebensstil führen oder in einem Beruf arbeiten, in dem Ihre Hände stark beansprucht werden, ist Robustheit ein Schlüsselfaktor. Platin ist das widerstandsfähigste und dichteste Metall und daher extrem langlebig. 585er Gold ist härter und kratzfester als 750er Gold und somit eine sehr alltagstaugliche Wahl.
Budget: Platin ist aufgrund seiner Seltenheit und Dichte das teuerste Metall. 750er Gold positioniert sich im gehobenen Preissegment, während 585er Gold oft das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.
Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen schnellen Überblick über die Eigenschaften und das Preisniveau der in Deutschland beliebtesten Edelmetalle, um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern.
| Metall | Legierung | Eigenschaften | Preisniveau |
|---|---|---|---|
| Platin | 950 | Maximal robust, hypoallergen, ewig | Höchstes Budget |
| 750er Gold | 18 Karat | Luxus, intensive Farbe, hypoallergen | Gehobenes Budget |
| 585er Gold | 14 Karat | Robust, beliebt in Deutschland | Bestes Preis-Leistung |
Indem Sie das Edelmetall sorgfältig auf Ihre individuellen Bedürfnisse abstimmen, stellen Sie sicher, dass Ihr sorgfältig ausgewählter Diamant über Jahrzehnte hinweg perfekt zur Geltung kommt.