
Die Wahl des Edelmetalls ist weniger eine Frage der Farbe als eine strategische Entscheidung für Langlebigkeit, Hautverträglichkeit und Alltagstauglichkeit.
- Platin ist aufgrund seiner Reinheit und Härte die ultimative Lösung für Allergiker und Menschen in aktiven Berufen.
- Weißgold ist eine beliebte Alternative, deren Wert und Optik stark von der Legierung und einer regelmäßigen Rhodinierung abhängen.
- Innovative Legierungen und Materialien wie Palladium oder Titan bieten oft ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis und überlegene Trageeigenschaften.
Empfehlung: Analysieren Sie vor dem Kauf ehrlich Ihre täglichen Aktivitäten und Ihre Hautempfindlichkeit. Diese Faktoren sind entscheidender für Ihre Zufriedenheit als der reine Preis oder die aktuelle Mode.
Die Auswahl eines neuen Schmuckstücks ist ein emotionaler Moment. Man verliebt sich in ein Design, eine Form, einen Glanz. Oft fällt die Entscheidung schnell – basierend darauf, ob man sich als „Gold-Typ“ oder „Silber-Typ“ sieht. Doch diese oberflächliche Betrachtung führt häufig zu Enttäuschungen: Ein Ring verliert seinen Glanz, ein Anhänger färbt die Haut grün oder löst plötzlich eine unangenehme Allergie aus. Die gängigen Ratschläge konzentrieren sich meist auf die rein ästhetische Harmonie von Metallfarbe und Hautton, ein wichtiger, aber bei Weitem nicht der einzige Aspekt.
Was aber, wenn die wahre Kunst der Schmuckwahl nicht in der Farbe, sondern im Material selbst liegt? Was, wenn die entscheidenden Kriterien Ihre Nutzungsintensität, Ihre individuelle Hautchemie und die langfristigen Pflegekosten sind? Die Wahl des Edelmetalls ist eine strategische Entscheidung, die weit über den ersten Eindruck hinausgeht. Es geht um die physikalischen und chemischen Eigenschaften, die darüber bestimmen, ob Ihr Schmuckstück ein lebenslanger Begleiter oder eine kurzfristige Enttäuschung wird.
Dieser Ratgeber führt Sie wie eine persönliche Edelmetall-Beraterin durch die entscheidenden Fragen. Wir entschlüsseln, warum Platin für manche Berufe die einzig logische Wahl ist, decken die Legierungs-Fehler auf, die zu Hautreizungen führen, und zeigen Ihnen, wie Sie zeitlose Investitionen von vergänglichen Modetrends unterscheiden. So treffen Sie eine fundierte, kluge Entscheidung, die Ihnen über Jahre hinweg Freude bereiten wird.
Um Ihnen eine klare Orientierung zu geben, haben wir diesen Artikel in übersichtliche Themenbereiche gegliedert. Die folgende Übersicht hilft Ihnen, direkt zu den für Sie relevantesten Aspekten zu navigieren.
Sommaire : Ihr strategischer Leitfaden zur Wahl des perfekten Edelmetalls
- Warum Platin trotz dreifachem Preis für manche Träger die einzige sinnvolle Wahl ist?
- Wie verschiedene Edelmetalle bei unterschiedlichen Hauttönen wirken – die Harmonie-Regel?
- Weißgold, Platin oder Silber – welches weiße Metall passt zu Ihrer Nutzungsintensität?
- Der Legierungs-Fehler bei Billigschmuck, der zu grünen Verfärbungen und Allergien führt
- Wann sollten Sie in Rhodinierung investieren – die 3 Situationen für Weißgold-Schutz?
- Wie innovative Legierungen Schmuck leichter, stabiler und hautverträglicher machen?
- Handgefasste Edelsteine oder Krappenfassung – welche Technik bietet mehr Sicherheit?
- Wie Sie aktuelle Schmucktrends von kurzlebigen Moden unterscheiden und klug investieren
Warum Platin trotz dreifachem Preis für manche Träger die einzige sinnvolle Wahl ist?
Auf den ersten Blick wirkt Platin oft wie die Luxusvariante von Weißgold. Sein deutlich höherer Preis lässt viele Käufer zögern. Doch für bestimmte Personengruppen ist die Investition in Platin keine Frage des Prestiges, sondern der reinen Vernunft. Der entscheidende Faktor ist seine außergewöhnliche Biokompatibilität und Reinheit. Während Goldlegierungen immer Beimischungen anderer Metalle benötigen, um Härte zu erlangen, besteht Schmuckplatin fast vollständig aus dem reinen Material. Experten für hypoallergenen Schmuck bestätigen, dass hochwertige Legierungen aus 95% reinem Platin bestehen, was es zur absolut sichersten Wahl für Menschen mit empfindlicher Haut oder Nickelallergien macht.
Diese Überlegenheit geht über die Hautverträglichkeit hinaus. Die hohe Dichte und Zähigkeit von Platin machen es extrem widerstandsfähig gegen Abrieb und Verformung. Es ist die erste Wahl für Berufsgruppen mit hoher Alltagsbelastung wie Ärzte, Handwerker oder Gastronomen, deren Schmuck regelmäßig Stößen oder dem Kontakt mit Chemikalien ausgesetzt ist. Wo Weißgold zerkratzt und seinen Rhodiumüberzug verliert, behält Platin seine natürliche weiße Farbe und Substanz. Es trägt sich nicht ab, sondern verschiebt sich bei Kratzern lediglich, sodass kein Materialverlust entsteht. Diese Material-Ermüdung ist bei Platin minimal.
Die folgende Tabelle, basierend auf einer vergleichenden Analyse von Edelmetallen, verdeutlicht die zentralen Unterschiede und zeigt, warum Platin in puncto Langlebigkeit und Hautverträglichkeit unübertroffen ist.
| Eigenschaft | Platin | Weißgold | Palladium |
|---|---|---|---|
| Hypoallergen | Vollständig | Bedingt (Nickel möglich) | Vollständig |
| Härte | Sehr hoch | Mittel | Hoch |
| Rhodinierung nötig | Nein | Alle 2-3 Jahre | Nein |
| Wertstabilität | Exzellent | Gut | Sehr gut |
Langfristig betrachtet kann die Investition in Platin sogar wirtschaftlicher sein, da Kosten für regelmäßige Aufarbeitungen und Rhodinierungen entfallen. Es ist die klassische „einmal kaufen, aber richtig“-Entscheidung.
Wie verschiedene Edelmetalle bei unterschiedlichen Hauttönen wirken – die Harmonie-Regel?
Die bekannteste Regel bei der Schmuckwahl ist die Abstimmung der Metallfarbe auf den Unterton der Haut. Diese „Harmonie-Regel“ ist ein exzellenter Ausgangspunkt, um eine visuell ansprechende Wahl zu treffen. Der Grundgedanke ist einfach: Warme Metalltöne wie Gelb- und Roségold harmonieren am besten mit einem warmen Hautunterton, während kühle Metalle wie Silber, Weißgold und Platin kühlen Hauttypen schmeicheln. Doch wie bestimmen Sie Ihren Typ? Ein einfacher Trick ist der Blick auf die Adern an der Innenseite Ihres Handgelenks bei Tageslicht.
Erscheinen Ihre Adern eher grünlich, haben Sie einen warmen Hautton. Gelbgold, Roségold und kupferfarbene Metalle werden Ihre Haut zum Strahlen bringen. Wirken die Adern hingegen bläulich oder violett, besitzen Sie einen kühlen Hautton. Kühle, weiße Metalle wie Platin, Weißgold oder Silber sind hier die ideale Wahl. Wenn Sie keine eindeutige Farbe ausmachen können oder sowohl grüne als auch blaue Adern sehen, gehören Sie zum neutralen Hauttyp und haben Glück: Ihnen stehen praktisch alle Edelmetallfarben. Diese einfache Methode bildet die Grundlage für eine stimmige Ästhetik.

Wie die Abbildung zeigt, erzeugt die richtige Kombination eine sichtbare Harmonie, während die falsche Wahl den Teint fahl oder unruhig wirken lassen kann. Es lohnt sich jedoch, über diese Grundregel hinauszudenken. Auch das Oberflächenfinish spielt eine Rolle. Ein mattiertes oder satiniertes Gelbgold kann beispielsweise auch bei einem kühleren Hauttyp sehr edel wirken, da der starke Gelbreflex gedämpft ist. Letztendlich ist die persönliche Vorliebe entscheidend, doch das Wissen um diese Zusammenhänge bietet eine wertvolle Orientierungshilfe.
Experimentieren Sie ruhig mit Bicolor-Schmuckstücken, die verschiedene Metallfarben kombinieren. Sie sind oft eine exzellente Brücke für neutrale Typen oder für jene, die sowohl gold- als auch silberfarbene Accessoires in ihrer Garderobe haben.
Weißgold, Platin oder Silber – welches weiße Metall passt zu Ihrer Nutzungsintensität?
Weiße Edelmetalle sind zeitlos und vielseitig, doch ihre Eignung für den Alltag unterscheidet sich dramatisch. Die Wahl zwischen Silber, Weißgold und Platin sollte primär von Ihrer Nutzungsintensität abhängen. Sterling-Silber (925) ist das weichste der drei Metalle. Es neigt zu Kratzern und oxidiert an der Luft, was zum bekannten „Anlaufen“ führt. Für Schmuck, der täglich und bei körperlicher Aktivität getragen wird, ist es daher nur bedingt geeignet. Es eignet sich am besten für Stücke, die zu besonderen Anlässen getragen werden.
Weißgold ist eine Legierung aus reinem Gold mit weißen Metallen wie Palladium, Silber oder Nickel. Es ist deutlich härter als Silber, aber weicher als Platin. Sein größter Nachteil ist, dass die meisten Weißgoldlegierungen einen leicht gelblichen Grundton haben, der durch eine dünne Schicht aus Rhodium verdeckt wird. Diese Rhodinierung sorgt für den strahlend weißen Glanz, trägt sich aber durch Reibung ab. Je nach Tragegewohnheit muss diese Schicht erneuert werden, was laut Angaben deutscher Juweliere Kosten von 30 bis 90 EUR alle 2-3 Jahre verursachen kann. Für einen Bürojob ist Weißgold eine gute Wahl, für einen Handwerker wird es schnell unansehnlich.
Hier etabliert sich Palladium als intelligenter Geheimtipp. Dieses Platinmetall ist von Natur aus weiß, benötigt also keine Rhodinierung. Es ist leichter als Platin, aber ähnlich robust und hypoallergen. Ringe aus Palladium behalten ihre Farbe dauerhaft und sind preislich oft attraktiver als Platin, was sie zur perfekten Wahl für intensive Dauerträger macht, die eine langlebige und pflegeleichte Alternative zu Weißgold suchen. Platin bleibt die Königsklasse für extreme Belastungen, doch Palladium bietet für viele die optimale Balance aus Preis, Haltbarkeit und Ästhetik.
Fragen Sie sich ehrlich: Wie oft werde ich das Schmuckstück tragen? Bei welchen Tätigkeiten? Die Antwort auf diese Fragen ist wichtiger als jeder kurzfristige Preisvorteil.
Der Legierungs-Fehler bei Billigschmuck, der zu grünen Verfärbungen und Allergien führt
Der verlockend niedrige Preis von Modeschmuck hat oft einen hohen gesundheitlichen und qualitativen Preis. Das Kernproblem liegt in der Legierungs-Integrität – oder vielmehr in deren Fehlen. Wenn sich Ihre Haut unter einem Ring grün verfärbt, ist das ein untrügliches Zeichen für eine minderwertige Legierung. Die grüne Farbe entsteht durch die Reaktion von Kupfer, einem günstigen Füllmetall, mit dem Schweiß und den Säuren auf Ihrer Haut. Dies ist nicht nur unschön, sondern auch ein Warnsignal für die mangelhafte Qualität des Schmucks.
Noch problematischer sind allergische Reaktionen wie Rötungen, Juckreiz oder Ausschläge. Der häufigste Auslöser hierfür ist Nickel, das oft in Billiglegierungen verwendet wird, um das Material aufzuhellen und zu härten. Selbst Schmuck, der als „nickelfrei“ beworben wird, kann Spuren enthalten, die bei empfindlichen Personen Reaktionen auslösen. Achten Sie auf die Punzierung (den Stempel), die den Feingehalt des Edelmetalls angibt. Eine „585“ Punze bedeutet beispielsweise, dass das Stück zu 58,5 % aus reinem Gold besteht, der Rest sind andere Metalle. Je niedriger die Zahl (z.B. 333), desto höher der Anteil an potenziell reizenden unedlen Metallen.
Besondere Vorsicht ist bei irreführenden Bezeichnungen geboten. Begriffe wie „Neusilber“ oder „Alpaka“ klingen wertvoll, bezeichnen aber eine Kupfer-Nickel-Zink-Legierung, die überhaupt kein Silber enthält. Solche Materialien sind eine häufige Ursache für Kontaktallergien. Der sicherste Weg, Allergien und Verfärbungen zu vermeiden, ist die Investition in hochkarätige Edelmetalle wie 750er Gold oder, im Idealfall, in von Natur aus hypoallergene Materialien wie 950er Platin oder Titan. Die Qualität der Legierung ist das Fundament für ein langlebiges und verträgliches Schmuckerlebnis.
Ein höherer Anschaffungspreis für ein qualitativ hochwertiges Stück ist letztlich eine Investition in Ihre Gesundheit und die Langlebigkeit des Schmucks, die sich auf Dauer immer auszahlt.
Wann sollten Sie in Rhodinierung investieren – die 3 Situationen für Weißgold-Schutz?
Eine Rhodinierung ist der Prozess, bei dem ein Schmuckstück mit einer hauchdünnen Schicht aus Rhodium, einem Platinmetall, überzogen wird. Bei Weißgold ist dieser Schritt fast immer notwendig, um den typischen, strahlend weißen Glanz zu erzeugen und den leicht gelblichen Unterton der Goldlegierung zu kaschieren. Doch die Investition in eine (Neu-)Rhodinierung ist nicht nur eine Frage der Optik, sondern eine strategische Entscheidung. Es gibt drei klare Situationen, in denen sie besonders sinnvoll ist.
Die erste und häufigste Situation ist die Wiederherstellung der ursprünglichen Optik. Durch tägliches Tragen reibt sich die Rhodiumschicht ab, besonders an Ringen. Das Schmuckstück wirkt dann fleckig, gelblich und matt. Eine neue Rhodinierung alle zwei bis drei Jahre stellt den Neuzustand wieder her und lässt das Stück wieder wie am ersten Tag erstrahlen. Es ist eine reine Instandhaltungsmaßnahme. Der zweite Fall ist der Schutz vor Allergien. Wenn Sie ein älteres Weißgoldstück besitzen, das noch Nickel enthält, kann eine intakte Rhodiumschicht als Barriere zwischen dem Nickel in der Legierung und Ihrer Haut dienen. So können Sie ein geliebtes Erbstück weitertragen, ohne allergische Reaktionen zu riskieren.
Fallbeispiel: Wertsteigerung vor dem Wiederverkauf
Die dritte Situation ist eine kluge Investition vor einem geplanten Verkauf. Ein frisch rhodinierter Weißgoldring erzielt auf deutschen Second-Hand-Plattformen einen signifikant höheren Preis. Die Investition von 30-90 Euro für die Aufarbeitung kann den erzielbaren Verkaufswert um ein Vielfaches steigern. Der Grund: Das Schmuckstück präsentiert sich im Neuzustand, was das Vertrauen der Käufer erhöht und ihnen die Sorge vor baldigen Folgekosten nimmt.

Letztlich verwandelt die Rhodinierung ein abgenutztes Stück zurück in ein strahlendes Juwel und kann sowohl den emotionalen als auch den finanziellen Wert Ihres Schmucks maßgeblich beeinflussen.
Wie innovative Legierungen Schmuck leichter, stabiler und hautverträglicher machen?
Die Welt der Schmuckherstellung steht nicht still. Während Gold, Silber und Platin die Klassiker bleiben, treiben Goldschmiede und Materialwissenschaftler die Entwicklung innovativer Legierungen voran, um spezifische Nachteile traditioneller Metalle auszugleichen. Diese neuen Materialien sind oft leichter, stabiler und vor allem hautverträglicher. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Verbesserung der Biokompatibilität, um allergische Reaktionen, insbesondere auf Nickel, vollständig auszuschließen.
Ein herausragendes Beispiel hierfür ist Titan. Ursprünglich aus der Medizintechnik bekannt, wo es für Implantate verwendet wird, hat es sich als ideales Schmuckmaterial etabliert. Titan ist vollkommen biokompatibel und löst keinerlei Allergien aus. Deutsche Manufakturen nutzen es zunehmend für avantgardistischen Schmuck, da es zudem extrem leicht, außergewöhnlich kratzfest und korrosionsbeständig ist. Es bietet den Tragekomfort von Kunststoff bei der Beständigkeit von Stahl, was es ideal für große, aber dennoch leichte Designs macht.
Auch im Bereich der Nachhaltigkeit gibt es bedeutende Innovationen. Die Gewinnung von Edelmetallen ist ressourcenintensiv. Daher gewinnt die Verwendung von Recycling-Gold, das aus altem Schmuck oder industriellen Abfällen gewonnen wird, immer mehr an Bedeutung. Dieses sogenannte Sekundärgold ist in seiner Qualität identisch mit neu geschürftem Gold, hat aber einen erheblich kleineren ökologischen Fußabdruck. So hat zertifiziertes Recyclinggold aus deutschen Scheideanstalten einen bis zu 99% geringeren CO2-Fußabdruck als Minengold. Die Entscheidung für ein Schmuckstück aus recyceltem Edelmetall ist somit ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz, ohne Kompromisse bei der Qualität einzugehen.
Fragen Sie Ihren Juwelier gezielt nach Materialien wie Palladium, Titan oder Schmuck aus zertifiziertem Recyclinggold. Ein guter Berater wird Ihnen die jeweiligen Vor- und Nachteile für Ihre spezifischen Bedürfnisse erläutern können.
Handgefasste Edelsteine oder Krappenfassung – welche Technik bietet mehr Sicherheit?
Die Art und Weise, wie ein Edelstein in einem Schmuckstück befestigt wird, beeinflusst nicht nur dessen Erscheinungsbild, sondern auch seine Sicherheit im Alltag. Die beiden gängigsten Methoden sind die Krappenfassung und die Zargenfassung. Bei der Krappenfassung wird der Stein von kleinen Metallstiften (Krappen) gehalten, was ihm maximalen Lichteinfall ermöglicht und ihn funkeln lässt. Die Zargenfassung umschließt den Stein hingegen mit einem durchgehenden Metallrand, was ihn sehr gut schützt, aber etwas weniger brillant wirken lässt.
Die Frage nach der höheren Sicherheit ist direkt mit der Härte des verwendeten Edelmetalls und den Lebensgewohnheiten des Trägers verknüpft. Eine Krappenfassung, besonders wenn sie filigran gearbeitet ist, kann sich leicht in Kleidung, insbesondere in Strickwaren, verhaken. Dies stellt nicht nur eine Gefahr für den teuren Wollpullover dar, sondern kann im schlimmsten Fall auch dazu führen, dass eine Krappe verbiegt und der Stein seinen Halt verliert. Eine Zargenfassung ist durch ihre glatte, geschlossene Oberfläche im Alltag deutlich praktischer und sicherer, gerade in der deutschen Herbst- und Wintersaison mit dicker Kleidung.
Ihre Checkliste: Der Wollpullover-Test für die Alltagstauglichkeit
- Krappenfassung prüfen: Streichen Sie vorsichtig mit dem Ring über einen Wollpullover. Bleibt er hängen? Wenn ja, ist er für den täglichen Gebrauch mit Strickkleidung ungeeignet.
- Zargenfassung bewerten: Diese sollte glatt über den Stoff gleiten. Sie ist die sicherere Wahl für weiche, empfindliche Metalle wie 750er Gold.
- Materialhärte bedenken: Extrem hartes 950er Platin erlaubt sehr sichere und dennoch filigrane Krappenfassungen, die weniger anfällig für Verbiegen sind.
- Stabilität kontrollieren: Wackelt der Stein in der Fassung, wenn Sie leicht daran rütteln? Wenn ja, muss die Fassung dringend vom Goldschmied geprüft werden, unabhängig von der Technik.
- Nutzungsprofil definieren: Für Personen, die häufig Pullover oder Handschuhe tragen, ist eine Zargenfassung oder eine Kanalfassung immer die überlegene, alltagstauglichere Wahl.
Letztlich ist die Qualität der handwerklichen Ausführung entscheidend. Wie auch der Deutsche Goldschmiedeverband betont, ist bei exzellenter Verarbeitung die Sicherheit bei beiden Techniken gewährleistet:
Bei einem qualifizierten deutschen Goldschmiedemeister ist die Sicherheit des Steins bei beiden Techniken gewährleistet. Die Wahl ist dann eine rein ästhetische und praktische.
– Deutscher Goldschmiedeverband, Empfehlung zur Fassungswahl
Für einen Verlobungsring, der ein Leben lang halten soll, ist die Kombination aus robustem Platin und einer schützenden Zargenfassung oft die klügste und sicherste Langzeitinvestition.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Materialwahl ist eine strategische Entscheidung, bei der Lebensstil und Hautverträglichkeit wichtiger sind als der reine Preis.
- Platin ist aufgrund seiner Reinheit (95%) und Härte die ultimative Wahl für Allergiker und aktive Menschen; es erfordert keine Rhodinierung.
- Minderwertige Legierungen (z.B. mit hohem Kupfer- oder Nickelanteil) sind die Hauptursache für Hautverfärbungen und Allergien.
Wie Sie aktuelle Schmucktrends von kurzlebigen Moden unterscheiden und klug investieren
In einer Welt, in der sich Modetrends rasant ändern, ist es eine Kunst, bei Schmuck eine kluge Investitionsentscheidung zu treffen. Was heute angesagt ist, kann morgen schon wieder veraltet sein. Der Schlüssel zur Unterscheidung zwischen einem langlebigen Klassiker und einer kurzlebigen Modeerscheinung liegt in der Konzentration auf zeitloses Design und hochwertige Verarbeitung anstelle von auffälligen, saisonalen Gimmicks.
Ein zeitloses Schmuckstück zeichnet sich durch klare Linien, ausgewogene Proportionen und eine universelle Ästhetik aus. Orientieren Sie sich an Designprinzipien, die sich über Jahrzehnte bewährt haben, wie denen der Bauhaus-Bewegung: „Form follows function“. Ein Stück, dessen Schönheit aus seiner Funktion und seiner schlichten Geometrie erwächst, wird auch in 20 Jahren noch modern und relevant wirken. Prüfen Sie die Verarbeitungsqualität: Sind die Innenseiten poliert für hohen Tragekomfort? Sind Lötstellen sauber und unsichtbar? Dies sind Merkmale einer Investition, nicht eines Wegwerfartikels.
Eine weitere kluge Strategie ist das Upcycling von Altgold. Viele deutsche Goldschmiede bieten an, alten oder geerbten Schmuck, der nicht mehr dem Zeitgeist entspricht, einzuschmelzen und in ein neues, modernes Design umzuarbeiten. Dies ist nicht nur eine äußerst nachhaltige Praxis, sondern bewahrt auch den emotionalen Wert des ursprünglichen Stücks. Zudem ist es oft 30-40% kostengünstiger als ein vergleichbarer Neukauf, da der Materialwert bereits vorhanden ist. So verbinden Sie persönliche Geschichte mit zeitgenössischer Ästhetik und schaffen ein einzigartiges Unikat, das garantiert nicht aus der Mode kommt.
Investieren Sie in die Geschichte, die Qualität und das Handwerk. Ein solches Stück wird nicht nur eine Saison, sondern Generationen überdauern und an Wert gewinnen.
Häufige Fragen zur Wahl des richtigen Edelmetalls
Was bedeuten die Zahlen 333, 585, 750 auf Schmuck?
Diese Punzierungen geben den Feingehalt des Goldes in der Legierung an. Die Zahl beschreibt, wie viele von 1.000 Teilen aus reinem Gold bestehen. „585“ bedeutet also, dass das Schmuckstück zu 58,5% aus reinem Gold gefertigt ist, während die restlichen 41,5% aus anderen Metallen (wie Silber, Kupfer oder Palladium) bestehen. Je höher die Zahl, desto reiner, wertvoller und in der Regel auch farbintensiver ist das Schmuckstück.
Ist „German Silver“ echtes Silber?
Nein, absolut nicht. Bezeichnungen wie „Neusilber“, „German Silver“ oder „Alpaka“ sind stark irreführend. Es handelt sich dabei um eine Legierung aus Kupfer, Nickel und Zink, die keinerlei Silber enthält. Dieses Material wird oft für günstigen Modeschmuck verwendet und ist aufgrund des hohen Nickelanteils ein häufiger Auslöser für Kontaktallergien.
Warum verfärbt sich meine Haut grün?
Grüne Verfärbungen auf der Haut sind eine chemische Reaktion. Sie entstehen, wenn das Kupfer in einer minderwertigen Schmucklegierung mit dem Schweiß, den Säuren und Kosmetika auf Ihrer Haut reagiert. Dies ist ein klares Zeichen für ein Schmuckstück mit einem geringen Edelmetallanteil und ein Warnsignal für mangelnde Qualität. Bei hochwertigen Gold- oder Platinlegierungen tritt dieser Effekt nicht auf.